perfekt plan – Druckbett schleifen

Wer kennt es nicht? Das Druckbett lässt sich nicht vollflächig mit einem perfekten ersten Layer  ,nur mit einem sehr dicken ersten Layer bedrucken oder stellenweise ist der Druck nicht zum haften zu bekommen,….
Das Problem tritt insbesondere bei eher günstigen Heizplatten oder beklebten Druckbetten auf.

Lange Zeit wurde als einzige Gegenmaßnahme eine plane feinstgefräste Alugußplatte propagiert.
Damit einher ging dann automatisch immer eine doch kostspielige Silikonheizmatte, hohes Gewicht und zumeist auch ein PEI Beschichtung.
Insbesondere die PEI Beschichtung fällt allerdings bei vielen Anwendern nach einiger Zeit aus.
Daraufhin werden die sündhaften teuren Druckbetten dann doch wieder beklebt…

Pertinax als Druckbettbeschichtung hat sich bei mir im harten Druckalltag als Auflage/Aufkleber bestens bewährt, erst Recht durch die Nachschleifbarkeit.

Gerade bei Prusa Style Druckern wie dem P3 gilt es beim Druckbett Gewicht zu sparen. Deswegen bin ich ein großer Freund von MK3 Heizplatten. Sie sind relativ plan, sehr kostengünstig und ihre Heizleitung passt gut zu Pertinax.

Dummerweise sind die MK3/Pertinax Sandwich Druckbetten nicht bei allen Anwendern perfekt plan und es gibt teilweise „Inseln“. Handelt es sich um einzelne kleine erhabene Stellen werden diese beim Anschliff der Pertinaxplatte schnell entdeckt. Größere Täler sind kaum noch von Hand rauszuschleifen
Unterm Strich lassen sich diese Problem-Druckbetten somit niemals !perfekt! plan schleifen.

Vor knapp einem Jahr hab ich im RepRap-Forum eine Idee zum automatisierten schleifen vorgestellt. Da alle meine Druckbetten sich jedoch vollflächig und gut bedrucken liessen hab ich die Idee etwas schleifen 😉 lassen.

Einer meiner Drucker war mit einem Ultem beklebten Druckbett ausgestattet und weil die Haftung teilweise viel zu stark ist stand eine Umrüstung auf Pertinax an.

Es kam wie es kommen musste, das neue Druckbett war geschüsselt.  Hier gut zu erkennen:

Zeit also die Schleifidee/Schleifklotz wieder hervorzukramen. Mit dem Grind To G-Code Tool lässt sich auf einfach Weise ein schöner G-Code zum schleifen generieren.
Meinen besten Dank an Sebastian für die Weiterentwicklung der Idee.

Für den Schleifvorgang sollte man sich Zeit nehmen und ganz dünnen Schichten nach unten Schleifen. Das ganze kann mehrere Stunden dauern. Es lohnt sich aber!
Zwischenzeitlich sollte man mal das Schleifpapier erneuern. Dazu einfach den „Druck“ pausieren.

Um den Wärmeverzug des Druckbetts zu kompensieren habe ich mein Druckbett im warmen Zustand geschliffen. Gedruckt wird auf dem Gerät hauptsächlich PETG, somit wurde bei 80°C geschliffen.

In Aktion sieht das ganze so aus:

Hier das grandiose Endergebnis:

Ein vollflächiger Druck mit perfekten Firstlayer ist nun ohne Probleme möglich.

Viel Spaß beim nachmachen!

Anmerkung zum Schleifstaub:
Pertinaxstaub ist mit Sicherheit nicht gesundheitsförderlich! Bitte die Schleifarbeiten an einem gut belüfteten Ort durchführen.
Sinterbronzelager sind unanfällig für Schleifstaub.
Bei Druckern mit LMxUU Kugelumlaufbuchsen oder sogar Linearschienen bitte entsprechende Staubfallen vorsehen bzw. Staub absaugen.

 

Links:

Schleifadapter – Thingiverse

Forumsthread – RepRap Forum

Grind To G-Code Tool  – Github

Gewebeschleifpapier Körnung 80 bis 120 – Amazon

Herstellung eines Pertinax Druckbetts – scheuten.me

3 Gedanken zu „perfekt plan – Druckbett schleifen

  1. Heiko

    Ich würde gerne mal wissen wollen ob du auch Erfahrungen mit FR4 hast bzw. welche du da gemacht hast.
    Das Tool zur Erzeugung des G-Codes zum schleifen ist auch sehr nützlich, nur könntest du etwas zum Z-Start bzw. Trace width schreiben?

    Antworten

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